Keine andere Wassersportart kann mit so vielen neuen Fans punkten wie das Kitesurfen. Die Kombination aus Wakeboard und Kite (Lenkdrachen) ist gleich der aus Surfen und Drachenfliegen. Es ist eindeutig eine Powerkiting-Sportart. Das merkt der Mensch auf dem Board spätestens dann, wenn die geballte Kraft des Windes ihn aus dem Wasser zieht. Bei Windstärke 6 werden locker 2 große Männer an einem 9-m²-Kite aus dem Wasser katapultiert. Es ist das Erleben dieser Kraft was Kitesurfer „süchtig“ macht. Süchtig nach dem Adrenalinkick bei Sprüngen von 10 – 15 m in die Höhe (inoffiziell 48 m) über eine Entfernung von vielleicht 40 m – 250 m. Die Vielfalt an Tricks und Sprüngen ist schon beim bloßen Zuschauen an den vielen Kitsurfing-Spots weltweit beeindruckend. Da die genialsten Tricks im Flachwasser gelingen, sind Zuschauer fast hautnah dabei.
Ihnen wird viel geboten: Old School, New School mit Freestyle & Freeride, Wakestyle (im Flachwasser) und Wave (in den hohen Wellen). Old School mutet gegen die neueren Arten des Springens und Fliegens etwas unspektakulärer an. Alle Stunts werden eingehakt gesprungen. New School zeigt die Tricks „unhooked“, die Hände am Bar (Lenkstange) sind frei. Nur so gelingen Figuren wie Air- oder Handlepass. Wave ist Wellenreiten mit Schirm, wobei dieser es dem „die Welle reitenden“ Kiter ermöglicht gegen die Wellen anzufahren, sie als Sprungrampe zu benutzen.
Ein Kitesurfer slidet wie ein Wakeboarder, fährt Race und Slalom wie ein Windsurfer, surft wie ein Wellenreiter und kann auch einfach nur cruisen wie ein Segler.
Diese fast grenzenlosen Möglichkeiten bietet nur das Kitesurfen. Erste Versuche, Boote und anderes Gefährt per Drachen ziehen zu lassen, gab es ab 1800 immer wieder. Das erste Patent eines aufblasbaren Drachen für das Ziehen eines Boards im Wasser reichte der Deutsche Dieter Strasilla 1979 ein. 1996 demonstrierten Manu Bertin und Laird Hamilton den neuen, spektakulären Sport an der Küste von Maui. Der mehrfache Windsurf-Weltmeister, der auf Hawaii lebende Robby Naish, war begeistert. So fand der erste Wettbewerb auch 1998 vor Maui statt. Unter den Gewinnern: Flash Austin und Naish, der 2001 auch den Geschwindigkeits-Weltrekord mit 70,37 km/h vor Gran Canaria aufstellte. Diese Männer und andere Heros der Szene, wie der Waver und Freestyle-Weltmeister Martin Vari oder der Kieler Henning Nockel, werden wie Superstars gefeiert.
(Quelle Fotos: Brand Guides Fotodatenbank)